Verlags- und Imprintgruppe R. G. Fischer
R. G. Fischer Verlag


Petra Stolle
Selbstheilung durch Qi Gong
Ein Praxisbuch
2009
160 Seiten mit s/w-Abb. und einer farbigen Abb.
Paperback
€ 9,80 (D)
ISBN 978-3-8301-1267-9
R.G.Fischer Verlag

Qi Gong – das sind sanfte Körperbewegungen bei bewusster Atmung und Konzentration. Richtig praktiziert kann Qi Gong den Fluss der Lebensenergie in ein harmonisches Gleichgewicht bringen. Das medizinische Qi Gong lässt sich sogar gezielt bei der Behandlung von Krankheiten einsetzen. Die Heilpraktikerin Petra Stolle hat auf den Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und nach zehnjähriger Praxiserfahrung drei Übungsfolgen entwickelt, mit denen jeder etwas aktiv für seine Gesundheit tun kann.


Leseprobe:


Die Konzentration

Meistens ist unser Geist mit irgendwelchen Gedanken beschäftigt, springt ständig zwischen diesem und jenem hin und her. Ist der Geist gesammelt und auf eine Sache fokussiert, nennen wir das Konzentration. Im Qi Gong erreichen wir über Konzentration die Herrschaft über unseren Geist. Unser Geist wird uns zum Diener. Wir entscheiden, worauf er sich konzentriert und wie lange.

Die Handpositionen

In der chinesischen Medizin arbeiten wir mit den fünf Elementen, die auch eine Entsprechung in unseren fünf Fingern haben. Der Daumen entspricht dem Feuerelement, der Zeigefinger dem Luftelement, der Mittelfinger dem Geist, der Ringfinger dem Erdelement und der kleine Finger dem Wasserelement. Kombinieren wir nun die einzelnen Finger in entsprechender Weise miteinander, verbinden wir so bestimmte Elemente und aktivieren in Kombination mit Atmung und Konzentration diverse Zentren im Körper.

Die Entstehung meiner Qi Gong-Übungsfolgen

Meine Qi Gong-Übungsfolgen sind aus der Praxis und für die Praxis entstanden. Nachdem ich die einzelnen Säulen der chinesischen Medizin bei verschiedenen Lehrern studiert und die unterschiedlichen Sichtweisen der Akupunktur, der Kräuterheilkunde, der manuellen Therapie, der Ernährungslehre und der Bewegungstherapie Qi Gong erfahren hatte, begann ich vor zehn Jahren in eigener Praxis Menschen zu behandeln.
Mein Leben lang habe ich mich für Menschen interessiert, sie beobachtet. Schon als Kind habe ich festgestellt, dass die Menschen in mehr oder weniger großen Abhängigkeiten leben, je nach ihrem Umfeld, von ihren Familien, ihrer Arbeit, ihren Gewohnheiten, ihren Gedanken und ihren Konstitutionen. Im Laufe des Lebens, wenn dann Krankheiten entstanden, wurde die unterliegende Angst deutlich sichtbar und die Abhängigkeiten wurden größer. Es entstanden weitere Abhängigkeiten von Therapeuten.
Wer es sich leisten konnte, nahm neben den klassischen Angeboten der Schulmedizin noch alle Möglichkeiten der Naturheilkunde in Anspruch. Die Abhängigkeiten wurden nur in ein anders Feld verlagert, das Wort Selbstverantwortung wurde ausradiert und gegen kostenintensive Abhängigkeiten ersetzt. Im Verlauf meiner siebenundvierzig Lebensjahre ist das Geschäft mit der Angst und den Abhängigkeiten extrem gewachsen.
Bei meinen eigenen persönlichen und gesundheitlichen Herausforderungen habe ich immer wieder gemerkt, dass Arzneien und Therapien nur dann Wirkung zeigten, wenn ich daran glaubte, und wenn ich mich durch Meditation verinnerlichte, brauchte ich sie oft nicht mehr. So entstand meine Vision, etwas zu entwickeln, durch das alle Menschen Unabhängigkeit von Therapeuten erlangen, Angst gegen Lebensfreude tauschen und innere und äußere Gesundheit erlangen und stabilisieren können.
Für mich liegt die Betonung auf »alle Menschen«, unabhängig von ihrem Intellekt und ihren Finanzen. Deshalb sind meine drei Qi Gong-Übungsfolgen einfach zu erlernen. Sie sind aus der Praxis für die Praxis entstanden und mit ein bisschen Zeit für jeden auch erlernbar.
Die Qi Gong-Übungsfolge »Körperharmonie« basiert mit ihren zehn Übungen auf der Theorie der fünf Elemente der chinesischen Medizin. Sie ist bewegt und enthält stille Elemente. Sie ist sehr ausgewogen und reguliert dadurch eine Vielzahl von Krankheitsbildern, von Migräne über Bluthochdruck bis zu Rückenschmerzen.
Die Qi Gong-Übungsfolge »Heilatmen« enthält weniger Bewegung. Die Bewegung dient oft als Übergang in eine andere Position, in der dann bewusst geatmet wird. Der Schwerpunkt liegt auf der Atmung. Mit ihren sieben Übungen aktiviert sie durch zielgerichtete Atmung alle wichtigen Zentren der einzelnen Organsysteme. Ist die Zirkulation wieder im Fluss, werden Krankheiten gemildert oder verschwinden ganz. Auch diese Übungsfolge reguliert eine Vielzahl von Krankheitsbildern, von chronischen Blasenentzündungen bis zu Atemwegserkrankungen.
Die Übungsfolge »Diamant-Qi Gong« ist still und meditativ, außen ruhig, innen bewegt. Sie ermöglicht auch allen chronisch Erkrankten, die unter Bewegungseinschränkungen, Lähmungen oder gestörten Immunprozessen leiden, eine Rückkehr in ein normales Leben. Der Schwerpunkt dieser Übungsfolge liegt auf der Konzentration. Sind die Hände beweglich, können die sieben Übungen durch bestimmte Handpositionen unterstützt werden.
Alle drei Übungsfolgen haben ihren Reiz. Wenn Sie Feuer fangen, dann üben Sie alle drei. Sonst üben Sie die Qi Gong-Übungsfolge, zu der Sie sich am meisten hingezogen fühlen. Probieren Sie es aus und erfahren Sie die Wirksamkeit.



Über die Autorin:



Petra Stolle lebt und arbeitet in Viersen.

www.fit-gesundheitskonzepte.de
www.petra-stolle.de