Verlags- und Imprintgruppe R. G. Fischer
R. G. Fischer Verlag


Neumann, Siegfried P.
La Traviata – Zur Bewältigung der Zukunft
2013.
396 Seiten.
Paperback.
€ 30,80 (D).
ISBN 978-3-8301-1581-6.

Der Autor begründet im Buch, dass unsere Welt nicht die ›Beste aller möglichen Welten ist‹, wie der Philosoph Leibniz meinte. Das Universum liegt vor, Welt wird hervorgebracht, jede ist relativ zu Menschen, die für sie verantwortlich sind. Im Buch kommen Denker und Dichter zur Sprache, die ähnlich dachten. Der Satz des Parmenides ›Dasselbe ist SEIN und Denken‹ ist das Relativitäts-Gesetz der Geschichte. Unsere Welt hat Platon geprägt; Parmenides wollte eine andere Welt. Das ist Thema des Buches.

Die ›Welt Europa‹ ist, so der Autor, im Übergang vom Frauenreich zum Patriarchat entstanden. ›Die Tragödie beginnt‹, sagt Nietzsche. Schiller spricht vom falschen Weltstoff und fordert wahre Werke der Kunst, ihn zu bestreiten. Sein Satz ›Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung‹ richtet sich gegen Wahrheiten in Welt, die Hässliches verursachen. Darüber haben um 1790 in Tübingen Hegel, Hölderlin und Schelling heiß diskutiert; in Paris war gerade Revolution. Die ›Welt‹ stand in Frage! Das ist noch der Fall.

Kurz nach Erscheinen des Buches hat Edward Snowden das ›Überwachungssystem‹ der ›National Security Agency‹ bekannt gemacht. ›Nine/eleven darf sich nie wiederholen!‹ heißt es in USA. Das kann die ›Dimension des Programms‹ nicht rechtfertigen. ›Es ist totalitär wie nur in Diktaturen üblich‹, sagen  Ex-Mitarbeiter der NSA vor einem Ausschuss in Berlin Juli 2014. Wohin steuert die Politik der USA? Das fragt nicht nur der Autor.

Die Ukraine-Krise könnte das offenbaren: Zur Demonstration ›für Europa‹ seit 11/2013 in Kiew kommen US-Politiker, die ›gegen Russland‹ reden. Am 20.02.2014 fallen Schüsse auf dem Maidan, die einen Staatsstreich erzwingen. Seitdem herrscht Chaos in der Region! Wer hat daran Interesse? Es sind viele Fragen offen!

Im Buch ist ein Plan zur Verfassung Europas zur Diskussion gestellt. Zukünftig werden nur noch Kontinente über Weltpolitik verhandeln. Wird das EU-Parlament seine seit Mai 2014 gestärkte politische Kraft einsetzen, um Europa im Sinne von Monnet und Schuman zu reformieren? Es geht um ›Bewältigung der Zukunft‹, so der Untertitel des Buches.

›Bewältigung der Vergangenheit‹ hat Probleme oft vergrößert. Dem Frieden in Nahost stehen dreitausend Jahre Geschichte im Wege. Betroffene Völker können ihn nicht stiften. Europa müsste vermitteln. Die Levante ist seine Wiege! Welches Europa soll das tun, fragt der Autor? Sein Buch ist philosophisch und politisch hoch aktuell.

                     
Der Autor (Jahrgang 1929) hat in Frankfurt, Paris und Münster Philosophie, Theologie und Germanistik studiert. Als ›Lehrer‹ verstand er sich als ›Künstler‹ in der Bildung des Menschen. In Münster hat er neben der Lehre an einer Hochschule ›Freie Werke der Bildung‹ eingerichtet. Er war viele Jahre in der Kommunal-Politik tätig. Theorie und Praxis zu vermitteln war und ist seine Devise.