Verlags- und Imprintgruppe R. G. Fischer
R. G. Fischer Verlag


Wolfgang Schmidt
Wegemarken eines mecklenburgischen Europäers
Wider den Zeitgeist im 20. Jahrhundert
2010.
304 Seiten.
Paperback.
€ 15,80 (D).
ISBN 978-3-89950-973-1.

Der Verfasser schildert wesentliche Episoden seines Lebens.

»Rede nicht wider die Wahrheit, sondern verteidige die Wahrheit bis in den Tod, so wird Gott der Herr für dich streiten.«
Sirach 4,33

Dieses Wort bekommt er zur Konfirmation von seiner Jugendleiterin mit auf den Weg. Es wird zum Leitstern seines Lebens.

Mitten im Krieg bildet sich in Güstrow-Mecklenburg eine oppositionelle kirchliche Widerstandsgruppe. Sie prägt ihn.
Die Verfolgung der Juden wird zum Wendepunkt seines Lebens. Im Schweigen der Kirchen sieht er eine bis heute in ihren Früchten wirkende Sünde. Mit 14 Jahren begeisterter Segelflieger, mit 15 Offiziersanwärter der Luftwaffe, schließlich MG-Schütze des letzten Aufgebots.
Immer aber seinem Gelübde treu. Beim ersten Wissen um die industrielle Vernichtung der Juden hat er sich geschworen Theologe zu werden. Wieder in Güstrow gefiel das dem sowjetischen Geheimdienst nicht.
Nach dem Abitur Flucht nach West-Berlin. Studium in Berlin, Göttingen und Basel. Nach dem Aufstand 1953 zurück in Mecklenburg, Landpastor und Landesjugendpastor. Opposition zum Kurs der Anpassung der Kirche an das Regime. Schikanen der Stasi gegen seine finnische Frau. Auswanderung nach Finnland. 1973 Pastor in Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein. Arbeitsgruppe zum Studium des marx. Atheismus, in dem er eine große Herausforderung der Kirchen für die Säkularisierung und ihre Folgen sieht.
Verlacht und verspottet als er ab 1983 den Zusammenbruch des Ostblocks kommen sieht. Im Gegensatz zu vielen Großen in Politik und Kirche, Freude an der deutschen Wiedervereinigung.

Das Buch ist ein Aufruf zum kritischen Denken und der Stimme des Gewissens zu folgen. Es ist für Jüngere ein ungeschminkter Beitrag für die Kenntnis der jüngeren Geschichte. Für Freunde und Feinde Deutschlands in Politik und Kirche wirkt es provozierend.


Wolfgang Schmidt