Verlags- und Imprintgruppe R. G. Fischer
R. G. Fischer Verlag


Winfried Croon
Das Alphabet des Glücks
Roman
2012. 352 Seiten.
Paperback.
€ 18,00 (D).
ISBN 978-3-89950-688-4.

Mit dem Glück verhält sich's sonderbar. Der Mensch, alias Homo sapiens, also ein weiser Affe, ist einerseits weise genug, um zu wissen, daß es das Glück nicht gibt, läuft ihm andererseits aber auf wenig weise Weise nach. Dieses eigentümlich affenhafte Verhalten des Menschen treibt seit Adam und Eva alle Weisen um, nicht zuletzt einen gewissen Augustus Altnickel, einen alten Dichter und Denker, der in einem paradiesischen Garten haust und denselben verkommen läßt, sich selbst übrigens auch.

Altnickel, ein eher glückloser denn unglücklicher Herr, schreibt ein Buch über das Glück und untersucht das paradoxe Phänomen anhand einer Reihe von Fallstudien, sechsundzwanzig an der Zahl. Warum gerade so viele? Weil unser Alphabet sechsundzwanzig Buchstaben hat und der Autor seine Figuren in deren Reihenfolge präsentiert. Allerdings nicht von A bis Z, sondern, typisch für den Querkopf, von Z bis A. Warum? Weil Altnickel, der erste im Alphabet, immer das letzte Wort haben will. Und darum beginnt er die Serie mit Professor Zürsch, der, wie es der Zufall will, von Beruf Glücksforscher ist. Zwischen Zürsch und Altnickel wimmelt's nur so von Glückspilzen und Unglückswürmern, und das sind mal banale, mal bizarre Typen. Da gibt es einesteils etwa ein Schulmädchen, einen Busfahrer, einen Arbeitslosen, eine Hausmeisterin und einen Straßenmusikanten. Und anderenteils zum Beispiel eine Geisteskranke, einen Eventmanager, eine Mörderin, einen Selbstmörder und einen Priester, der die Kirche haßt. Und dann auch noch ganz ausgefallene Subjekte wie einen sprechenden Kater, zwei Föten im Mutterleib und den lieben Gott persönlich, der sich zu seiner verunglückten Schöpfung äußert.

Alles in allem: ein Wahnsinnshaufen. Was Wunder, daß Augustus Altnickel, der ihn zu gängeln hat, darüber den Verstand verliert!


Winfried Croon
Eine Handvoll böser Greise
Roman
2010. 320 Seiten.
Paperback.
€ 19,80 (D).
ISBN 978-3-89950-603-7.

Im Penthaus der Residenz »Fünfeichen« hausen fünf merkwürdige Greise. Sie sind unheilbar krank, machen sich noch einen späten Lenz oder versuchen es doch, jazzen sich in ihrer Dixieland-Combo die Todesangst von der Seele, genießen, jeder für sich, einen unverschämten Zaster, sind untereinander in herzlichem Haß verbunden und pflegen alle zusammen die höhere Ironie. Ohne jede Moral und aller Illusionen ledig, finden sie sich selbst sowie einander wie auch das Dasein schlechthin zum Speien, suchen sich folglich einen originellen Freitod aus und treten ihn in alphabetischer Reihenfolge an.

Vor dem Hintritt lassen die Moribunden, wie unter ihresgleichen der Brauch, ihre Vergangenheit Revue passieren, und die hat es jeweils in sich. Altvogt, der Trompeter, macht Karriere plus Reibach als Gangsterboß. Enderlin, der Klarinettist, als Gigolo de luxe. Irrwisch, der Mann mit dem Saxophon, als Schweinekapitalist. Oschatz, der Banjozupfer, als Kitsch-, Schund- und Schmutzliterat. Und Uhl zu Eulenstein, der Freiherr am Flügel, als Sektenguru.

Die Typen sind paradox, einerseits Mörder und auch sonst sittlich mißraten, andererseits Bösewichter mit Tiefgang, gottlose Gottsucher und mancher menschlichen Regung fähig. Die alten, verkommenen Kerle haben, alles in allem, durchaus ihren Charme.

Über den Autor:

Winfried Croon, geb. 1933 in Merzig an der Saar, studierte Philosophie, Germanistik und Romanistik in München, Mainz und Paris. Er promovierte 1960 über Henry de Montherlant, war ab 1961 Gymnasiallehrer und von 1966 bis 1996 Fachleiter für Französisch an den Studienseminaren Kaiserslautern und Trier. Er lebt in Trier und Remiremont (Frankreich). Neben Arbeiten zur Didaktik der Fremdsprachen veröffentlichte er Romane und Erzählungen wie
– Domsta Domsta (1986),
– Auszeit (1993),
– Der Zustand Omega (1995),
– Ikksens ABC (1997),
– Katzen in Elsinor (1999),
– Transit (2000),
– Krater (2007),
– Nicolas und Joséphine (2002),
– Ein Schattenmann (2003),
– Dabbelju scheitert (2004),
– Gespenster (2005),
– Nach Timbuktu (2006),
– Fußball mit Kreidweiss (2007),
– Im Turm (2008),
– Ein Fall für Frosch (2009),
– Eine Handvoll böser Greise (2010).