Verlags- und Imprintgruppe R. G. Fischer
R. G. Fischer Verlag


Franz Marschang
Am Wegrand der Geschichte
Zeitgeschichtliche Erzählung – Band IV.
Die andere Welt.
2008.
296 Seiten.
Paperback.
€ 16,80 (D).
ISBN 978-3-89950-409-5

Mit diesem Buch, das mit dem Zeitpunkt der Ausreise beginnt, kommt die Banat-Tetralogie zum Abschluss.
Das Banat als Gebiet bleibt zurück. Die einstmalige Heimat war den Abwanderern ohnedies längst zur Fremde geworden. Keiner ahnt, dass Bukarest bereits kurz vor der Unterzeichnung eines Ausverkaufs-Vertrages seiner Banater Schwaben steht.

Das neue Land zeigt den Umsiedlern viele Gesichter. Die Demokratie ist ein Lehrstück für sich, der Pluralismus verwirrend. Rationales und Irrationales in unaufhörlicher Auseinandersetzung. Vieles entspricht den Erwartungen der Ankömmlinge, manches sehen sie aus kritischer Distanz.
Bei alledem sind sich die Manns bewusst: Standen sie in Rumänien seit Jahrzehnten als innerlich Unbeteiligte neben den Ereignissen, so haben sie nun – ohne Wenn und Aber – im Ereignisstrom mitzuschwimmen. Sie sind in die Freiheit gewechselt, die zwar nicht ohne Zwänge ist, für jeden aber Freiräume offen hält, wo er sich seine eigene kleine Welt einrichten kann.

Die Manns vertrauen den Kräften der Vernunft und lassen sich auf die neuen Herausforderungen ein. Die Erleichterung darüber, den geheimdienstlichen Nachstellungen entkommen zu sein, wiegt manche Ernüchterung auf.



Franz Marschang
Am Wegrand der Geschichte
Zeitgeschichtliche Erzählung – Band III.
Dreieinigkeit: Lehre, Forschung, Produktion.
2006.
336 Seiten.
Paperback.
€ 18,80 (D).
ISBN 978-3-89950-189-6.

Das Buch besticht durch authentische Vergegenwärtigung des Daseins hinter dem Eisernen Vorhang. Doktor Gerd Mann ist weiterhin Zentralfigur der Großerzählung«. Als Hochschullehrer an der Veterinärmedizinischen Fakultät Temeschburg erlebt er die so genannte »Ära Ceausescu«. Während der Westen den Selfmademan hoch einschätzt, klaffen in seinem Land Anspruch und Wirklichkeit immer deutlicher auseinander. Gängelung, Überwachung, Protektionswirtschaft nehmen überhand, der Lebensstandard sinkt parallel fast ins Bodenlose. Schlangestehen für alles und jedes wird zum Tagesgeschäft, vornehmlich für Rentner.
Die Hochschule als Teil dieser »fortgeschrittensten« aller Gesellschaftsordnungen fällt nicht aus dem allgemeinen Trend. Die Studenten sollen von den Hochschullehrern überwacht werden, an den Fakultäten wird parallel zum Studium der Militärdienst als Mittel zur Disziplinierung eingeführt. Lehrer und Studenten müssen zum »freiwilligen« Einsatz in die Maisernte oder zu Erdaushebungen für die Fundamente neuer Fakultätsgebäude. Überdimensionierte Tieranlagen fordern die Hochschullehrer als Helfer gegen auftretende Massenerkrankungen und -tierverluste an – die Hinweise auf ausufernde Umweltschäden stoßen hingegen auf taube Ohren.
Die beklemmenden Entwicklungen kontrastieren mit maßloser Lobhudelei an die Adresse des Staatsführers, den die offizielle Presse als den Titan der Titanen hoch preist. In diesen tristen Verhältnissen kämpft Doktor Mann für sich und seine Familie um die Umsiedlungserlaubnis in die Bundesrepublik Deutschland und verliert deswegen seine Arbeitsstelle, mit dem Hinweis, nie wieder eine qualifizierte Arbeit verrichten zu dürfen.


Franz Marschang
Am Wegrand der Geschichte
Zeitgeschichtliche Erzählung – Band II.
Im Netz der Staatsgüter.
2004.
360 Seiten mit 1 s/w-Landkarte.
Paperback.
€ 18,80 (D).
ISBN 978-3-8301-0639-5.

Der Alltag in einer großen Tieranlage, wie man sie bis dahin nicht gesehen hatte, steht im Mittelpunkt des Geschehens im Gebiet zwischen Banater Heide und Hecke. Abstecher ins Banater Bergland vermitteln Wissenswertes aus dieser Region. Staat, Partei und ihr Kettenhund, die Securitate, bestimmen das Leben in einem weltgeschichtlichen Rahmen, der zum Beispiel die Kubakrise einschließt. Das Banat ist nicht mehr der Lebensraum, der er für die Banater Deutschen vor dem 2. Weltkrieg war, was durch Rückblenden, die immer wieder an die Vorkriegszeit erinnern, deutlich gemacht wird. In dieser Umwelt bemüht sich der aus der Dobrudscha zurückgekehrte junge Tierarzt Gerd Mann – dem Leser bekannt aus Band I – auch mit seiner emotionalen Lebensgestaltung zurechtzukommen. In seine sich anbahnende Liebesbeziehung zu einer ehemaligen Klassenkameradin bringt eine junge Frau aus der Dobrudscha erheblichen Missklang.


Franz Marschang
Am Wegrand der Geschichte
Zeitgeschichtliche Erzählung – Band I.
Morgenrot der Kolchose.
2002.
312 Seiten mit 1 s/w-Landkarte.
Paperback.
€ 19,80 (D).
ISBN 978-3-8301-0336-3.

Der »Wilde Osten« Europas kommt allmählich ins Gespräch. Die Dobrudscha ist uraltes Kulturland. Hier hinterließen Griechen, Römer, Goten und manch andere Völker ihre Spuren. Zuletzt war es die berüchtigte Securitate, die auf diesem Gebiet den gefürchtetsten Teil des rumänischen GULAGs betrieb. In dieser kargen und doch schönen Landschaft tritt 1958 ein junger banatschwäbischer Tierarzt seine Arbeitsstelle an. Halb verwilderte Rinder-, Schweine- und Pferdeherden in den Donauauen verleihen seiner Berufsausübung einen abenteuerlichen Anstrich. Ein kommunistischer Dorfpotentat (Kolchosvorsitzender) sorgt für dramatische Abläufe. Auf der Gegenseite zieht sich eine ebenso schlichte wie ergreifende Liebes- geschichte durch das Geschehen. Alles in allem eine unterhaltsame Erzählung, die keinen Handlungsleerlauf aufweist und zugleich durchgehend authentische Informationen liefert.
Über die Autor:

Franz Marschang
wurde 1932 in Johannisfeld unweit der rumänisch-jugoslawischen Grenze geboren und lebt seit 1977 in Heidelberg. Nach Beendung des Studiums der Veterinärmedizin 1956 arbeitete er als Tierarzt im Banat und in der Dobrudscha (nahe der Schwarzmeerküste), später auch als Hochschullehrer. Während einer dreijährigen Tätigkeit als Redakteur der »Neuen Banater Zeitung« begann der Autor Kurzprosa zu schreiben, arbeitete anschließend bei verschiedenen Zeitungen mit und schrieb fünf Theaterstücke, die in der Monatsschrift »Volk und Kultur« (Bukarest) veröffentlicht wurden.
Ab 1991 war Franz Marschang mehr als ein Jahrzehnt Mitarbeiter bei der Wochenzeitung »Der Donauschwabe«. Ferner sind von ihm mehrere Erzählungen in Anthologien erschienen sowie drei Kurzprosabände.